Blogbeiträge


 

Nehmen wir einmal eine fiktive Person.

Marianne, schon etwas älter, überlegt wie sie geliebt werden will. Ihr erster Impuls ist: Weiß ich doch! Aber dann fehlen ihr die klaren Gedanken, die Worte und auch die Gefühle, die notwendig wären, um klar zum Ausdruck zu bringen, wie sie geliebt werden will. Da kommen dann so allgemeine Begriffe wie Achtsamkeit, Zuwendung oder eben Liebe die sie erfahren will.

Aber wie will Marianne be- und geachtet werden? Ist sie gerne im Hintergrund oder fühlt sie sich in der ersten Reihe wohler? Ist sie ein Einzelgänger oder eher ein Team-Mensch? In welchen Situationen fühlt sie sich nicht gesehen, übergangen oder empfindet Grenzüberschreitungen?

Wie viel Zuwendung ist für sie angenehm und wann wird ihr Zuwendung lästig? Ist Marianne ein Mensch die gerne umsorgt wird und das genießt? Oder würde es ihr schon genügen, wenn sie in schwierigen Situationen einmal einen Tee gebracht bekommt?

Weiterlesen: Liebe Dich so, wie Du geliebt werden willst!

 

In den 20 Jahren in denen ich mich mit  der Psychologie, der Seelenkunde, befasse, fiel mir immer wieder auf, dass der Begriff „Selbstliebe“ mit vielen Fragezeichen aber auch falschen Interpretationen belegt ist.

Selbstliebe sollte so einfach sei, wie sie sich ausdrückt – dass man sich selbst liebt. Dass man ein Gefühl für sich selbst zulässt wie man es für das Kind, den Partner, die Partnerin, den Bruder, die Schwester, die Mutter, den Vater, den Freund, die Freundin, der Oma, dem Opa  oder seinem Haustier gegenüber empfindet. Ein Gefühl der achtsamen Wahrnehmung und Hinwendung wäre optimal.

Ich bin mit dem Satz aufgewachsen: Selbstliebe ist Egoismus und Egoismus ist schlecht! Da ich nicht schlecht sein wollte, war es mir nicht möglich mich zu lieben.  Es dauerte viele Jahre bis ich den Unsinn dieses Satzes verstand und dann noch mal geraume Zeit, bis ich mich mir selbst liebevoll zuwenden konnte, ohne dabei ein schlechtes Gewissen  zu haben.

Eva aus meinem Buch hatte ein Defizit an romantischer Zuwendung. Deshalb wollte sie glauben was Cary ihr schrieb. Als dieses Defizit erfüllt war, konnte sie ihn erkennen und sich von ihm trennen.

Wenn eine Seele ein ganz großes Defizit an Liebe hat, dann kann es sein, dass liebevolle Worte aufgesogen werden wie ein Schwamm. Je größer das Defizit ist, umso intensiver und anhaltender ist das Verlangen nach Zuwendung, auch wenn sie nur verbal ist. Der Seele wird etwas gegeben, was sie dringend braucht und so erklärt sich auch, dass der Fokus nur auf das gerichtet ist, was gut tut und alles drum herum ausgeblendet wird.

Weiterlesen: Selbstliebe