Angenommen Marianne wünscht sich einfach nur zärtlich gestreichelt zu werden, über die Wange oder überhaupt eine körperliche Berührung die Zuneigung signalisiert, eine Berührung die einfach nur liebevoll ist und die nicht die Aufforderung zum Sex beinhaltet.

Also liebevolle Zuwendung ganz ohne Erwartungshaltung. Einfach eine Bestätigung, Anerkennung oder ein Liebesbeweis für ihr Sein.

Eine solche Berührung ist Marianne nicht vertraut. Sie hat sie einmal erlebt, ist darüber erschrocken und konnte nicht damit umgehen. Es war für ihre Seele einfach fremd.

Und nun begann Marianne sich selbst einmal zärtlich über die Wange zu streichen.

 

 

Am Anfang ungewohnt, seltsam anmutend. Aber sie wagte es immer wieder. Begann dabei sich innerlich zuzulächeln, ging noch einen Schritt weiter indem sie sich selbst anerkannte oder sich wohlwollend, liebevoll im Spiegel betrachtete. 

Und so wurde ganz langsam aus dieser für sie erst völlig fremden Geste eine vertraute, eine angenehme Wahrnehmung. Jetzt konnte ihre Seele damit umgehen. Ein schönes Gefühl - einfach nur so liebkost zu werden.

Marianne hatte sich gegeben was sie sich von außen wünschte. Sie hatte sich gegeben und somit erfahren was sie sich gewünscht hatte. Sie hatte eine Vertrautheit und eine Offenheit dafür geschaffen.

Es dauerte nicht lange bis jemand kam und ihre Sehnsucht nach zärtlichem Streicheln erfüllte, das sie jetzt annehmen konnte. Sie konnte genießen, sie lies zu, dass ihr ganz warm ums Herz wurde, lies das Gänsehautgefühl zu und genoss das Glücksgefühl das damit einher ging.