Selbstliebe beinhaltet eine seelische Stabilität. Ich nehme wieder das Beispiel aus der Botanik: Ein Baum der starke Wurzeln hat, kann einen Sturm gut überstehen. Er richtet sich wieder auf und wird wieder so kraftvoll und schön wie zuvor. Diese Kraft schöpft er aus seinen starken Wurzeln.

Menschen die sich selbst lieben, haben ihre Wurzeln so genährt, dass sie kraftvoll sind. Wenn ihnen dann so etwas passiert, wie es Eva erlebt hat, dann können sie ganz schnell wieder zu einer liebevollen und respektvollen Selbstwahrnehmung kommen.

Eva war betrogen worden. Sie hätte allen Grund gehabt wütend zu sein über den Betrug, aber auch traurig und verzweifelt über den Verlust. Sie hätte sich selbst beschimpfen können, weil sie nicht vorsichtig genug war und auf den Betrüger reingefallen ist. 

Aber Eva war stark genug ihre eigenen Anteile zu erkennen. Zu erkennen was ihr gefehlt und was sie von dem Mann bekommen hat. Und mit dieser Sichtweise war es leicht für sie sich über ihre positiven Erfahrungen zu freuen. Cary hatte ihr nur fleißig geschrieben um das Geld für seinen Lebensunterhalt von ihr zu bekommen. Mit dieser Erkenntnis konnte sie Abstand gewinnen, auf eine sachliche Ebene gehen und ihm in Gedanken sagen: "Das was du von mir wolltest, hast du nicht bekommen. Aber ich danke dir für das, was du mir gegeben hast."

Oft ist Eva ungläubig darauf angesprochen worden, dass sie doch so fies betrogen worden sei und dass das alle wütenden, bösen und schlechten Gedanken an Cary rechtfertigen würde. Aber Eva hatte nicht das Bedürfnis dazu. Was hätte es auch gebracht? Sie hätte sich in negativen Gedanken aufgehalten und negative Gedanken sind schlechte Energien. Sie hätte sich doch nur selbst geschadet mit schlechter Laune, vielleicht Traurigkeit und Selbstvorwürfen.

Wie Eva damit umgegangen ist kann man im Buch nachlesen und auch über ihre Selbstgespräche mit ihren Zweifeln.